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    Categories: Medizin

Schlaffes Oberlid – Ursachen, Behandlung und Möglichkeiten der Oberlidstraffung

Ein schlaffes Oberlid entsteht meist schleichend. Die Haut oberhalb der Augen verliert an Elastizität, Gewebe sinkt ab und die natürliche Lidfalte kann zunehmend von überschüssiger Haut verdeckt werden. Die Augen wirken dadurch häufig kleiner, müder oder schwerer. Umgangssprachlich wird in diesem Zusammenhang oft von Schlupflidern gesprochen, medizinisch kann ein Hautüberschuss am Oberlid als Dermatochalasis bezeichnet werden.

Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um ein ästhetisches Thema. Bei stärker ausgeprägten Befunden kann die überschüssige Haut bis an den Lidrand reichen und das obere beziehungsweise seitliche Gesichtsfeld beeinträchtigen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine ausgeprägte Dermatochalasis tatsächlich mit funktionellen Einschränkungen des Gesichtsfeldes verbunden sein kann.

Zum Thema sprachen wir mit Dr. Becker, dem Experten für eine Oberlidstraffung in Berlin.

Warum wird das Oberlid schlaff?

Die häufigste Ursache ist der natürliche Alterungsprozess. Mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Kollagen und Elastizität. Gleichzeitig verändern sich Bindegewebe, Muskulatur und die tiefer liegenden Strukturen rund um das Auge. Dadurch kann die Haut am Oberlid absinken und sich zunehmend über der natürlichen Lidfalte sammeln.

Wie früh und wie stark diese Veränderungen sichtbar werden, ist individuell sehr unterschiedlich. Eine wesentliche Rolle spielt die genetische Veranlagung. Manche Menschen entwickeln bereits in vergleichsweise jungen Jahren deutlich sichtbare Schlupflider, während bei anderen auch im höheren Alter nur wenig Hautüberschuss vorhanden ist.

Zusätzlich können verschiedene Faktoren die Hautalterung rund um die Augen begünstigen:

  • natürliche Abnahme der Hautelastizität
  • genetische Veranlagung und individuelle Augenform
  • intensive UV-Belastung über viele Jahre
  • Rauchen und andere Faktoren des Lebensstils
  • Veränderungen von Fett- und Bindegewebe
  • Absinken der Augenbrauen
  • individuelle anatomische Voraussetzungen

Entscheidend ist deshalb nicht allein das Alter. Bei der Beurteilung eines schlaffen Oberlids sollte immer die gesamte Augen- und Brauenregion betrachtet werden.

Schlupflid, Dermatochalasis oder Ptosis – wo liegt der Unterschied?

Nicht jedes herabhängende Oberlid hat dieselbe Ursache. Für die Wahl der geeigneten Behandlung ist es wichtig, zwischen unterschiedlichen Veränderungen zu unterscheiden.

Bei einer Dermatochalasis besteht vor allem ein Überschuss beziehungsweise eine Erschlaffung der Haut des Oberlids. Diese Haut kann sich über die Lidfalte legen und im ausgeprägten Fall bis in Richtung Wimpern reichen.

Eine Ptosis bezeichnet dagegen ein tatsächliches Absinken des Oberlids beziehungsweise des Lidrandes. Ursache kann beispielsweise eine Beeinträchtigung des Lidhebermuskels oder seiner Strukturen sein. Die Behandlung unterscheidet sich deshalb von einer klassischen Entfernung überschüssiger Oberlidhaut.

Zusätzlich kann eine abgesunkene Augenbraue den Eindruck eines schweren Oberlids verstärken. In diesem Fall liegt das Problem nicht ausschließlich am Lid selbst. Vor einer Behandlung sollte daher genau untersucht werden, welche anatomischen Strukturen für das Erscheinungsbild verantwortlich sind.

Wann kann ein schlaffes Oberlid zum funktionellen Problem werden?

Leichte Schlupflider werden häufig vor allem als ästhetisch störend empfunden. Bei stärker ausgeprägter Dermatochalasis kann überschüssige Haut jedoch auf den Lidbereich drücken und insbesondere das obere Gesichtsfeld einschränken.

Betroffene beschreiben teilweise ein Schweregefühl der Augen oder das Gefühl, die Augen bewusst weiter öffnen zu müssen. Manche heben unbewusst die Augenbrauen an, um die überschüssige Haut nach oben zu ziehen. Dadurch kann die Stirnmuskulatur dauerhaft stärker beansprucht werden.

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit der American Academy of Ophthalmology kommt zu dem Ergebnis, dass die Behandlung ausgeprägter Dermatochalasis beziehungsweise Ptosis zu Verbesserungen des peripheren Sehens und bestimmter Alltagsaktivitäten führen kann. Als mögliche Hinweise auf eine funktionelle Beeinträchtigung werden unter anderem Einschränkungen des oberen Gesichtsfeldes und Beschwerden durch schwere Lider genannt.

Auch neuere Untersuchungen bestätigen, dass insbesondere eine stärker ausgeprägte Dermatochalasis das Gesichtsfeld beeinflussen kann.

Was kann man gegen schlaffe Oberlider tun?

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wodurch das schlaffe Oberlid verursacht wird und wie stark der Befund ausgeprägt ist.

Kosmetische Pflege kann die Hautoberfläche pflegen und den Bereich optisch frischer erscheinen lassen. Ein deutlicher Überschuss an Haut lässt sich durch Cremes jedoch nicht entfernen. Auch nichtoperative ästhetische Verfahren haben bei einem ausgeprägten Hautüberschuss natürliche Grenzen.

Besteht eine deutliche Dermatochalasis, kann deshalb eine operative Oberlidstraffung – auch Oberlidblepharoplastik genannt – in Betracht gezogen werden.

Oberlidstraffung bei schlaffen Oberlidern

Bei einer Oberlidstraffung wird überschüssige Haut gezielt entfernt. Abhängig von der individuellen Anatomie können zusätzlich weitere Gewebestrukturen berücksichtigt werden. Ziel ist nicht, die Augenform grundlegend zu verändern, sondern einen bestehenden Hautüberschuss zu reduzieren und eine harmonische, natürlich wirkende Lidkontur zu erreichen.

Vor dem Eingriff wird genau bestimmt, wie viel Haut entfernt werden kann. Dabei ist Zurückhaltung wichtig: Für einen natürlichen Lidschluss und eine harmonische Augenpartie muss ausreichend Haut erhalten bleiben.

Die Schnittführung wird in der Regel so geplant, dass die spätere Narbe möglichst in der natürlichen Oberlidfalte liegt. Dadurch ist sie bei geöffneten Augen meist wenig auffällig.

Wie verändert sich der Blick durch eine Oberlidkorrektur?

Viele Patientinnen und Patienten wünschen sich keine grundsätzlich andere Augenform. Vielmehr soll der Blick wieder offener, wacher und weniger schwer erscheinen.

Durch die Reduktion überschüssiger Haut kann die natürliche Kontur des Oberlids wieder deutlicher sichtbar werden. Gleichzeitig kann sich bei funktionell relevanter Dermatochalasis das obere Gesichtsfeld verbessern.

Eine prospektive Studie aus dem Jahr 2024 untersuchte 80 Augen von 40 Patientinnen und Patienten vor und nach einer Oberlidblepharoplastik. Die gemessene sichtbare Fläche im Gesichtsfeld nahm nach dem Eingriff signifikant zu. Die Autoren beobachteten sowohl funktionelle als auch kosmetische Verbesserungen, weisen jedoch ebenfalls darauf hin, dass eine Blepharoplastik die Dynamik des Augenlids und Parameter des trockenen Auges beeinflussen kann.

Das verdeutlicht, weshalb eine sorgfältige Untersuchung und individuelle Operationsplanung wichtig sind.

Was passiert nach einer Oberlidstraffung?

Unmittelbar nach dem Eingriff sind Schwellungen und Blutergüsse im Bereich der Augenlider normal. In den ersten Tagen kann regelmäßiges vorsichtiges Kühlen dabei helfen, Schwellungen zu reduzieren. Auch eine leicht erhöhte Position des Oberkörpers beim Schlafen kann sinnvoll sein.

Die Fäden werden – abhängig von der verwendeten Technik und dem individuellen Heilungsverlauf – üblicherweise nach einigen Tagen entfernt. Schwellungen und Verfärbungen bilden sich anschließend schrittweise zurück.

Die Narben liegen überwiegend innerhalb der natürlichen Lidfalte. Anfangs können sie noch leicht gerötet sein. Im weiteren Heilungsverlauf werden sie normalerweise zunehmend unauffälliger. Konsequenter Sonnenschutz ist während der Narbenreifung besonders wichtig.

Welche Risiken bestehen?

Auch eine vergleichsweise kleine Operation am Oberlid ist ein chirurgischer Eingriff und damit nicht frei von Risiken. Möglich sind beispielsweise Blutergüsse, Schwellungen, Infektionen, vorübergehende Veränderungen der Sensibilität, Asymmetrien, auffällige Narben oder vorübergehende Beschwerden der Augenoberfläche.

Insbesondere bestehende Probleme mit trockenen Augen sollten vor einer Operation angesprochen werden. Untersuchungen zeigen, dass eine Blepharoplastik Parameter der Augenoberfläche verändern kann.

Eine sorgfältige Anamnese und Untersuchung sind deshalb wesentliche Bestandteile der Behandlungsplanung.

Schlaffes Oberlid behandeln lassen in Berlin

Wer sich durch schlaffe Oberlider oder ausgeprägte Schlupflider gestört fühlt, sollte zunächst klären lassen, wodurch der Befund verursacht wird. Nicht immer ist ausschließlich überschüssige Haut verantwortlich. Auch die Position der Augenbrauen, Fettgewebe oder eine Ptosis können das Erscheinungsbild beeinflussen.

In der Aesthetic Clinic Berlin berät Dr. Henning Becker, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, individuell zu den Möglichkeiten einer Oberlidkorrektur. Im Mittelpunkt steht dabei eine genaue Analyse der Augenpartie und die Frage, welche Behandlung zur persönlichen Anatomie und zum gewünschten Ergebnis passt.

Ziel einer Oberlidstraffung in Berlin ist eine harmonische Reduktion überschüssiger Haut, ohne den individuellen Ausdruck des Gesichts unnötig zu verändern. In einem persönlichen Beratungsgespräch können Befund, mögliche Operationstechnik, Heilungsverlauf sowie Chancen und Risiken ausführlich besprochen werden.

Quellen

1. Dertsiz Kozan B. (2025): A New Classification of Dermatochalasis, the Effect of This Classification and Blepharoplasty Surgery on the Visual Field. Eurasian Journal of Medicine, 57(3). Die Untersuchung zeigt einen Zusammenhang zwischen stärker ausgeprägter Dermatochalasis und Gesichtsfeldeinschränkungen sowie eine Verbesserung nach Blepharoplastik.
Studie bei PubMed Central

2. Cahill KV et al. (2011): Functional indications for upper eyelid ptosis and blepharoplasty surgery: a report by the American Academy of Ophthalmology. Ophthalmology. Die Übersichtsarbeit untersucht die funktionellen Auswirkungen von Dermatochalasis und Ptosis sowie mögliche Verbesserungen durch eine operative Behandlung.
Studie bei PubMed

3. Ulas B. et al. (2024): Evaluation of visual field and ocular surface parameters by clinical comparison after blepharoplasty for dermatochalasis. Journal Français d’Ophtalmologie, 47(4). Die prospektive Untersuchung analysiert unter anderem Gesichtsfeld und Augenoberfläche vor und nach einer Oberlidblepharoplastik.
Studie bei PubMed

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